5 TAGE/NÄCHTE IN DER HAUPTSTADT SPANIENS


Ich weiß, der Blog heißt Sofia/Alessandra/Barcelona, doch folgendes wollten wir euch nicht vorenthalten: 5 Tage lang waren wir bei Nora zu Besuch. Nora lebt und studiert in Madrid und konnte uns somit durch die Hauptstadt führen.

Barcelona und Madrid unterscheiden sich zweifellos. Die Gebäude in Madrid sind äußerst pompös, die Menschen eher elegant, es gibt unzählige traditionelle Restaurants und Bars und das kulturelle Angebot scheint ebenso unbegrenzt. Davon haben wir selbstverständlich profitiert! Die bekanntesten Kunstmuseen Museo del Prado, Museo Reina Sofía und das Museo Thyssen-Bornemisza, sowie das Caixa Museum wurden abgeklappert, wobei letzteres beeindruckend auftritt: eine mit Rost bedeckte und verzierte Fassade, eine pflanzenüberwucherte Wand und faszinierende Licht- und Wasserspiele locken in die modernen Ausstellungsräume.


Das kulinarische Angebot ist hier sehr verlockend. Erster Stop: Mercado de San Miguel, eine Halle mit kleinen Köstlichkeiten, wie Croquetas, Mosto und viel mehr! Die besten Churros meines Lebens, ein Gebäck, das mit heißer dickflüssiger Schokolade serviert wird, habe ich in der 108 Jahre alten Churreria San Gines gegessen. In der Straße Cava Baja waren ebenfalls Menschenmassen vorzufinden, auf der Straße, in den Restaurants und Cafés, sitzend, jedoch überwiegend stehend, in Gruppen.

Dass der Herbst bereits angekommen ist, haben wir zum ersten Mal im Parque del Retiro festgestellt. Ein riesiger Park, welcher neben einem See und außergewöhnlichen Bäumen den Palacio de Cristal zu bieten hat. In diesem überwiegend aus Glas gebauten Gebäude findet zur Zeit eine Installation statt, für welche der komplett Raum mit Schnüren durchzogen wurde.

Das Nachtleben hat ebenso viel zu bieten. Neben Live-Jazz-Bars und Designerbars sollte man sich einen Besuch im Kapital nicht entgehen lassen. Diese Disko ist der Inbegriff von Entertainment! So etwas hab ich noch nie erlebt: Ein Theater, das zu einer Diskothek umfunktioniert wurde, das heißt man kann selbst vom obersten Floor auf den untersten Mainfloor blicken, Gogos, Live-Trommeln zu elektronischer Musik, und der absolute Schocker: kühle Dampfwolken, die passend zum Beat aus der Mitte der Tanzfläche nach außen stoßen! Waaah… PS: Mein Highlight hat einen eigenen Blogeintrag verdient - den nächsten!




Palacio Reial

Kunstkopierer im Museo de la Reina Sofía



Museo Caixa Forum
Cava Baja
Cava Baja



Mercado del Rastro
Mercado del Rastro



  

EL MERCAT DELS ENCANTS VELLS


Der größte Flohmarkt, den ich jemals besucht habe: El Mercat dels Encants Vells, also der Markt des alten Zaubers oder sowas. Wie bereits erwähnt, Catalan beherrsche ich noch nicht zu 100%. Jedenfalls ist auf 15000 qm nahezu alles geboten: Elektroartikel, Möbel, Klamotten, Antiquitäten, ganz viel Krusch aber auch zahlreiche Schätze. Als Besucher sollte man viel Geduld mitnehmen und sich auf Geschubse, Gedränge und Geschrei gefasst machen. 

Hier sind ein paar Eindrücke, die mich persönlich verzaubert haben und die ich gerne mit euch teilen möchte. 

























FLAMENCO!


Freitagabend 21 Uhr Barcelona. Im Stadtteil El Raval befindet sich ein kleiner, unscheinbarer Musikclub. Jazz Sí! Hier treten täglich verschiendenste Bands auf. Freitags Flamenco. Wer hier einen guten Sitzplatz möchte, sollte mindestens 30 Minuten vor Beginn vorort sein. Zumindest hat´s für einen Sitzplatz auf der Heizung unter der Treppe gereicht.
Soviel gibt es zu dieser Show eigentlich nicht zu sagen, denn man bleibt letztendlich sprachlos. Nachdem ich mich die ersten Minuten hinter der Treppe ausschließlich auf meinen Gehörsinn konzentriert habe, war ich umso mehr überrascht, als ich den Sänger schließlich zu Gesicht bekam. Ein hagerer Mann mit öligen langen Locken trug zu Unvergesslichem bei. Der dauergrinsende Gitarrist war auch nicht ohne. Etwas später stieß eine Tänzerin hinzu - noch nie habe ich eine solche Körperbeherrschung gesehen. Zum Schluss kam noch ein junges Mädchen auf die Bühne. So schlecht kann die nicht sein, wenn sie zum Schluss nach dieser Wahnsinnsshow auftritt, dachten wir. Und oooohjaaa! So kratzige Stimmen machen immer Gänsehaut.
Das war jedenfalls nicht das letzte mal im Jazz Sí!







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FESTES DE LA MERCÈ


Vom 21. – 24.09. fanden die Festes de la Mercè  zu Ehren der Stadtpatronin La Mercè statt. 
Noch nie in meinem Leben habe ich so viele Menschen auf einem Haufen gesehen! Da wir nur fünf Gehminuten von der Rambla entfernt wohnen, waren wir quasi mitten im Geschehen. Neben herumirrenden Touristen, penetranten Agua-Cerveza-Bier-Verkäufern, basketballspielenden asiatischen Kindern und betrunkenen Spaniern gibt es weitere Attraktionen: zum einen die Gigantes. Wie der Name schon sagt sind das Riesen, die durch die Straßen laufen, Castellers, also menschliche Türme und feuerspeiende Drachen. Die wahre Goldgrube waren für uns jedoch die kostenlosen Konzerte. Zwei Abende lang live Auftritte von ausgezeichneten Bands. Hier unsere drei Favoriten:

  __Sonny and the Sunsets http://www.youtube.com/watch?v=Un2xYzvAqhw

Vier Tage lang war die Stadt Barcelona mehr als belebt, überfüllt, und erst recht beim Konzert der britischen Indie-Rock-Band The Kooks. Mithilfe einer Menschengruppe, die kurz vor Beginn in die Masse hineinrannte, sind wir direkt vor die Bühne gelangt. Schmerzhaft aber effektiv.
Ein weiteres Highlight war die farbige Videoprojektion auf die Basilika Sagrada Família, durch welche der Eindruck von sich bewegenden Einzelteilen entstand.

La Mercè - nichts für Claustrophobiker.












SAMBA!


Ein Mal im Jahr findet in Barcelona der Día de Brasil statt, an welchem sich Lateinamerikaner, vor allem Brasilianer, zusammenfinden, miteinander musizieren, singen und vor allem die Hüften schwingen. Von Samba bishin zu Kampftänzen und Instrumentaleinlagen ist alles geboten. Brasilianisches Essen sowie Mojitos, welche hier übrigens unglaublich gut schmecken, gibt es auch! 








VAMOS A LA PLATJA


Eine Mischung aus Castellano, also „Hochspanisch“, so wie wir es kennen und Catalá, dem Dialekt, der hier in der Region Katalonien gesprochen wird.
Ich muss gestehen, dass ich anfangs ein wenig Angst hatte, hier nicht mit anderen kommunizieren zu können. Ich habe beschlossen, meinen katalanischen Wortschatz, welcher aus den zwei Begriffen adeus und bona nit besteht, nicht großartig zu erweitern. Neben dieser Mischung aus Französisch, Portugiesisch, Italienisch und Spanisch ist hier zum Glück auch ganz normales Spanisch vertreten! Mit Englisch kommt man zumindest bei den jungen Leuten durch.

Nun zur platja (platscha). Ich habe noch nie so viele nackte Hintern auf einem Haufen gesehen. Hier gibt es genau drei Arten von Strandbesuchern: 
   __Bikini- und Badehosenträger: überwiegend Touristen 
   __Topless: bieder
   __nackisch: in! 
Nach dem Motto „Weiße Pos sind out“ laufen die Barcelonesen problemlos unbekleidet am Strand entlang, spreizen die Beine richtung Sonne, damit auch die Innenseite der Oberschenkel knackig braun wird und lassen die Brüste beim Ping Pong spielen mitbaumeln.